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Ostern ist die eine Zeit des Jahres in der sich die Menschen hemmungslos vollfressen, beschenkt werden wollen und Eierlikör ohne Scham in sich hinein schütten können (die andere Zeit der Völlerei wäre dann wohl Weihnachten, dazu komme ich Ende des Jahres). Da ich persönlich keine Freundin des gekochten Ei`s bin und ich es roh schon gar nicht in alkoholischer Form zu mir nehmen möchte ist es für mich eine Zeit wie jede andere, also es wäre für mich eine Zeit wie jede andere. Wenn da nicht der lästige Kontakt mit der Außenwelt wäre, die es einem verdammt schwer macht einfach seiner Wege zu gehen. Nehmen wir da nur mal das Spektakel „EINKAUFEN“ am Gründonnerstag. Eigentlich wollte ich ja gar nicht, aber wenn Mutti ruft muss Tochter springen, auch wenn eigentlich das Abi klopfend vor der Tür steht. Also ging es ab in Rossmann, Aldi, Rewe, genau in der Reihenfolge. Ich bin im Nachhinein doch froh, dass ich nicht mit einem Einkaufswagen totgefahren wurde, sondern nur mit leichten Blessuren und überreizten Nerven aus der Hölle entkommen bin. Man könnte meinen der Krieg sei ausgebrochen und Lebensmittel werden in den nächsten 12 Wochen nicht verfügbar sein. Grabschen, schubsen, drängen, schreien, hupen (unglaublich laut und oft hupen auf dem Parkplatz) ….. muss es eigentlich immer so ablaufen? Sollte es nicht eine Zeit der Besinnung und der Freude sein? Nein nein, es ist eher Kampf, Hektik, Kochstress. Da der Stresspegel aber noch nicht hoch genug war, habe ich mich nach ewigem rumnörgeln dazu entschlossen am Karfreitag zu kochen. Aber diesmal nach meiner Pfeife (also hätte ich gewusst, dass es dann soviel Extrawünsche gibt, hätte ich es gelassen *leicht die Augen verdreh*). Es gab dann also: Zanderfilet mit Tomatenpaste und Semmelbröselauflage, Sauce Tartar, Risotto mit Kirschtomaten und Basilikum und dazu einen warmen Rucola- Mangold- Salat mit Speckdressing. Also für mich war es ein Genuß, auch wenn die Kocherei und Mixerei und Schnibbelei recht anstrengend war, was der Rest der Familie davon hielt werde ich hier mal unterschlagen. Heute habe ich mich erfolgreich aus allen Geschehnissen herausgezogen und morgen werde ich auch nicht kochen oder über Ostern freuen und schon gar kein Ei essen! Den Ostermontag habe ich mir schon vorsorglich freigeräumt, damit ich nicht wieder irgendwas blödes essen,sagen oder tun muss.

Ostern macht doch also nur Stress oder sehe ich das so falsch? Oder ist der Sinn der allgegenwärtigen Eierschlacht an mir vorbeigezogen ohne das ich es gemerkt hätte? Wenn ja, dann sagt mir bitte nicht bescheid, ich kann wirklich damit leben! Zumindestens ist es still um mich herum, in diesem Augenblick und genau das sollte man doch genießen so lang es geht.

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